DoubleAgent: 0-day code injection unter Ausnutzung eines 15 Jahre alten undokumentierten Windows Features

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Als Security Analyst kommt man nicht umhin, regelmäßig seine Quellen anzuzapfen, um auf dem laufenden zu bleiben, was neue Bedrohungen angeht. Diese hier hatte heute sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit, denn was sich hinter DoubleAgent verbirgt, ist eine knallharte Sicherheitslücke in jeder Windows-Version, die zumindest zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht gepatcht werden kann. Ich fasse die wichtigsten Punkte zusammen, der Rest lässt sich im Blog-Beitrag des Sicherheitsforschers nachlesen, der diese Lücke entdeckt hat.

Was macht DoubleAgent als 0-day-Sicherheitslücke nun so gefährlich? An dieser Stelle möchte ich gerne zwei Videos verlinken, dann wird sofort klar, was ich meine:

Avira AntiVirus morphs into Ransomware…

 

Norton Antivirus morphs into Ransomware…

 

Das sind nur zwei Beispiele, laut dem originären Blogbeitrag sind noch deutlich mehr AV-Hersteller von diesem Problem betroffen:

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Vulnerable Antiviruses
The list of vendors that have been tested and found to be vulnerable to DoubleAgent.
The tests were done on the latest version of the vendor on Windows 10 x64 using our POC code.

Avast (CVE-2017-5567)
AVG (CVE-2017-5566)
Avira (CVE-2017-6417)
Bitdefender (CVE-2017-6186)
Trend Micro (CVE-2017-5565)
Comodo
ESET
F-Secure
Kaspersky
Malwarebytes
McAfee
Panda
Quick Heal
Norton

Antivirus Attack Vectors
During a normal cyber attack, the attacker would invest a lot of effort hiding and running away from the antivirus. By using DoubleAgent, the attack can take full control over the antivirus and do as he wish without the fear of being caught or blocked. He could:

  1. Turn the Antivirus into a malware – Perform malicious operations on behalf of the attacker. Because the antivirus is considered a trusted entity, any malicious operation done by it would be considered legitimate, giving the attacker the ability to bypass all the security products in the organization.
  2. Modify the Antivirus internal behaviour – Changing the antivirus whitelists/blacklists, internal logic and even installing backdoors. The antivirus would still appear to work normally but would actually be completely useless, giving the attacker the ability to execute malware that would normally be blocked without any interference.
  3. Abusing the Antivirus trusted nature – The antivirus is considered one of the most trusted entities in an organization. The attacker can use the antivirus to perform operations that would normally raise “red flags” like exfiltrating data, C&C communication, lateral movement, stealing and decrypting sensitive data, etc. All of these operations would seem legit because they are done by the antivirus.
  4. Destroy the Machine – The antivirus has complete power over the machine, which can allow it to easily encrypt all your files or even format your hard drives.
  5. Denial of Service – An antivirus software is responsible for signing software to act maliciously based on a set of heuristic rules. This means that the attacker can sign a totally legit and critical software such as browser applications, document viewers, or even some key components that are deep within the operating system. Once the signature has spread across the organization, it would then cause a total denial of services for the entire company. Once an antivirus decides a file is malicious, it would create a signature for it and share it globally around the world. Because the attacker controls the antivirus, he may sign totally legit and critical applications such as browsers, document viewers, or even some key components that are deep within the operating system. Once the new signature has spread across the organization, all the other instances of the antivirus would remove/delete the critical application causing total denial of services for the entire organization.

Unter Ausnutzung dieser Sicherheitslücke ist es möglich, Code in laufende Prozesse zu injizieren, ohne dass ein Prozess sich davor schützen könnte. Die Technik, die hinter der code injection steht, ist so einzigartig, dass sie offensichtlich von keinem traditionellen AV-Programm erkannt wird:

DoubleAgent gives the attacker the ability to inject any DLL into any process. The code injection occurs extremely early during the victim’s process boot, giving the attacker full control over the process and no way for the process to protect itself. The code injection technique is so unique that it’s not detected or blocked by any antivirus.

Wie in den Videos auf drastische Art und Weise dargestellt wurde, kann sich auf diese Art und Weise eine eigentlich für die Abwehr von Bedrohungen gedachte Software – nämlich der Virenscanner – im Handumdrehen selbst in Malware bzw. Ransomware verwandeln. Ein AV-Programm läuft üblicherweise im SYSTEM-Kontext des Betriebssystems und hat damit alle Rechte und Möglichkeiten, die es benötigt, um Angriffe und Bedrohungen abzuwehren. Wenn man das ganze weiterspinnt, dann entstehen zumindest in der Theorie Schreckensszenarien, an die man als Verantwortlicher gar nicht denken möchte:

  • Breitflächige Verteilung in Firmennetzwerken, wenn der Proof-of-Concept-Programmcode weiterentwickelt, verbessert und mit anderen Infektionsvektoren gekoppelt wird
  • Aushebeln des Virenschutzes zum Einschleusen weiterer Malware oder Ransomware
  • Vollständige Übernahme von Endgeräten

Die Möglichkeiten werden meines Erachtens nur durch die Vorstellungskraft begrenzt, und davon besitzen Cyberkriminelle eine Menge. Ich wage jetzt schon zu behaupten, dass DoubleAgent als 0-day exploit in den nächsten Wochen und Monaten noch für viel Aufregung sorgen wird.

SparkCognition DeepArmor: Next-Generation AV-Lösung auf Basis von Machine Learning, Artificial Intelligence und Natural Language Processing (NLP)

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Diesen Hersteller habe ich auch schon seit geraumer Zeit auf dem Radar. Wie andere Mitbewerber auch verspricht SparkCognition mit seinem Endpoint Protection-Produkt DeepArmor einen deutlich besseren Schutz auf Endgeräten (Windows, Android, IoT devices) vor Bedrohungen durch Malware und Ransomware. Grundsätzlich kommen hier auch bereits bekannte Merkmale wie machine learning, AI/KI, signaturenlose Scans sowie NLP für Threat Intelligence zum Einsatz. DeepArmor bietet mehrere Endpoint Protection Features wie

  • Execution Control
  • Background Threat Detection
  • Realtime file monitoring
  • Application Control
  • Script Control
  • Memory Protection

Sobald ich die Möglichkeit habe, einen Produkttest durchzuführen, werden selbstverständlich weitere Artikel zu SparkCognition DeepArmor folgen.

Bypassing Next-Gen AV For Fun and Profit–oder auch nicht?

Ich bin heute auf einen interessanten Blogpost zum Thema Bypassing Next-Gen AV For Fun and Profit aufmerksam geworden, in dem es um die Umgehung von Next-Gen AV-Lösungen geht. Der Autor hat sich für CylancePROTECT und Symantec SEP 12 entschieden, wobei machine based learning erst in Symantec SEP 14 enthalten ist – das aber nur der Vollständigkeit halber. Der Grund, weshalb der Artikel meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, war u.a. die Testmethodik. Da es schon etwas spät für heute ist, werde ich diesen Beitrag ein anderes Mal zusätzlich auf englisch veröffentlichen, bis dahin muss Google Translator ausreichen.

Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es nicht darum, diesen Beitrag von Colby zu kritisieren. Ich fand ihn interessant und aufschlussreich, und auch Next-Gen AV-Lösungen sind nicht unfehlbar und lassen sich mit genügend Zeit, Energie und Ressourcen überwinden, aber ganz so einfach, wie es im Artikel dargestellt wird, ist es nun auch nicht. Da ich mit CylancePROTECT aufgrund eines längeren Proof Of Concepts Erfahrung habe und das Produkt etwas besser kenne, möchte ich auf folgende Punkte hinweisen, die aus dem Blogbeitrag nicht klar hervorgehen:

 

0. Ich weiß nicht, welche Version Colby getestet hat. Es gibt aber meines Wissens nach keine Version 2.0.1420.11, die mir bekannten Versionen beginnen mit 1.2.xxxx.xx. Das klingt vielleicht pingelig, aber ich lege Wert auf die korrekte Angabe von Versionsinformationen, insbesondere dann, wenn man schon so einen Test veröffentlicht, in dem es um die Umgehung von Next-Gen AV-Lösungen geht. Er macht auch keine Angaben darüber, woher die Version stammt. Das halte ich deshalb für erwähnenswert, weil Cylance sich zumindest aktuell auf Enterprise-Kunden konzentriert und es keine SOHO-Version gibt.

 

1. Enterprise-Kunden erhalten für einen PoC (Proof of Concept) einen PoC Guide sowie Unterstützung durch Cylance, um genau die von Colby bemängelten False Positives nicht im operativen Betrieb zu erhalten. Das ganze ist ein mehrstufiger Prozess, an dessen Ende keine FPs mehr auftauchen sollten, wenn man es denn richtig macht. Deshalb mutmaße ich an an dieser Stelle, dass er schlicht und ergreifend den Agent installiert hat, ohne sich um die weitere Konfiguration zu kümmern, denn diese erfolgt über eine cloudbasierte Webkonsole, die meines Wissens nach ebenfalls nur für Unternehmen während eines PoC bereitgestellt wird.

 

2. Damit komme ich zum wichtigsten Punkt, nämlich der Konfiguration. Hier bin ich mir ziemlich sicher, dass Colby aufgrund der vorgenannten Umstände gar keine Möglichkeit hatte, mittels cloud console die Policy für CylancePROTECT so zu konfigurieren, wie sie sein sollte. CylancePROTECT bietet nämlich einige Konfigurationsmöglichkeiten, u.a. Memory Protection und Script Control. Die Memory Protection blockt (sofern konfiguriert) Exploitation, Process Injection und Escalation. Script Control bezieht sich auf Active Script, Powershell und Makros und bietet damit mächtige Kontrollmöglichkeiten, sofern man diese nutzen möchte.

 

3. Leider ist der Originalbeitrag mittlerweile aus dem Blog verschwunden, deshalb konnte ich nur auf den Google Cache verlinken. Die Screenshots sind ziemlich unleserlich, was ich insofern schade finde, weil man somit die einzelnen Schritte nicht richtig nachvollziehen kann. Das halte ich für extrem wichtig, weil daraus die Testmethodik erkennbar wird.

 

4. Ich möchte Colby nicht unterstellen, dass sein Test fehlerhaft ist. Etwas mehr Transparenz hätte die Sache aber deutlich aufgewertet; ich vermisse wie gesagt Informationen darüber, wie der Agent konfiguriert wurde, und entsprechende Hinweise dazu wurden in den Kommentaren auch nicht beantwortet. Das gehört für mich einfach dazu, damit so ein Test transparent und reproduzierbar bleibt. Und nein, ich bin kein Cylance-Mitarbeiter, aber nachdem ich mir die teilweise völlig sinnfreien Kommentare durchgelesen hatte, erschien es mir wichtig, auf ein paar Ungereimtheiten hinzuweisen, und deshalb ist dieser Beitrag entstanden.

Heilig Defense Correlate – Next Generation Signatureless Malware Detection

Bereits seit Ende letzten Jahres stehe ich mit David Heilig, dem CEO von Heilig Defense, in Verbindung. Auf der Suche nach Next-Generation AV-Lösungen bin ich auf Correlate aufmerksam geworden und hatte einige Fragen zu diesem Produkt, und so entstand ein interessanter Informationsaustausch. Dave hat mir ausführlich die Funktionsweise von Correlate erläutert, und mein Eindruck ist der, dass die Leute von Heilig Defense ihr Handwerk sehr gut verstehen.

Correlate verwendet ähnliche Technologien wie Produkte von Wettbewerbern wie Cylance, Invincea, SparkCognition oder Endgame. Selbst wenn es unterschiedliche Bezeichnungen für Next-Gen-Technologien wie machine based learning oder deep learning gibt, so ist die Funktionsweise in etwa doch ähnlich. Leider steht Correlate bislang noch nicht für den SOHO-Bereich zur Verfügung, im Fokus stehen momentan Firmenkunden. Von Dave habe ich erfahren, dass eine solche Version kommen soll, allerdings liegt der Entwicklungsschwerpunkt wie gesagt momentan im Enterprise- und SMB-Bereich.

Völlig überraschend hat mich nun aber gestern die Info ereilt, dass Heilig Defense in einigen Wochen einen Teil des Funktionsumfangs von Correlate als Freeware herausbringen möchte. Konkret ist das der Ransomware-Schutz, und das macht die Sache wiederum für den Heimbereich interessant. Sobald Heilig Defense diese Version veröffentlicht, werde ich sie auf jeden Fall einem ausgiebigen Test mit Ransomware unterziehen und die Testresultate in einem Blogbeitrag veröffentlichen.

Auf Youtube gibt es übrigens bereits ein paar Videos zu Correlate.

 

 

 

 

MSITC Avast Free 2017 backdoor evasion and Windows 10 privilege escalation

Warum man sich nicht ausschließlich auf herkömmliche AV-Software verlassen sollte, demonstriere ich in diesem Video:

Konkret geht es darum, dass eine Backdoor von Avast Free 2017 weder erkannt noch durch die verhaltensbasierte Analyse gestoppt wird. Gekoppelt mit einer Rechteausweitung (Privilege Escalation) ist es mir dann gelungen, die vollständige Kontrolle über das Endgerät zu erhalten, ohne dass die AV-Software Alarm geschlagen hätte.

Meine Handlungsempfehlung lautet deshalb nach wie vor, zusätzlich zu einer vorhandenen AV-Lösung auf Application Whitelisting zu setzen, denn damit erhält man eine wesentlich bessere Kontrolle über sein System. Wie gut das funktioniert, lässt sich in diesem Video deutlich erkennen:

Next-Generation Endpoint Protection solutions: Hype vs. Realität

Wie jedes Jahr gibt es in der IT auch in 2017 von Marketing-Strategen ersonnene Buzzwords, die in keinem Repertoire fehlen dürfen. Schon letztes Jahr war regelmäßig von von “machine based learning”, “artificial intelligence”,“math models” oder auch von “deep learning” die Rede. Üblicherweise werden diese Begriffe mit der nächsten Generation von AV-Software in Verbindung gebracht und signalisieren schon deutlich, dass hier keine veraltete (signaturbasierte) Technologie zum Einsatz kommt, sondern etwas weitaus leistungsfähigeres.

Hier stellt sich natürlich die Frage, ob das wirklich nur reine Buzzwords sind oder ob tatsächlich mehr dahintersteckt? Ich versuche die Frage einmal aus meiner Sicht zu beantworten: Zunächst muss man hier ganz klar die Spreu vom Weizen trennen, denn es gibt natürlich auch zunehmend Trittbrettfahrer, die sich gerne dieser Attribute bemächtigen, aber in Wahrheit nur ansatzweise oder gar keinen Gebrauch davon machen. Es gibt Hersteller wie Cylance, die ich als Pionier auf diesem Gebiet betrachte, denn bereits Ende 2015/Anfang 2016 hatte Cylance mit CylancePROTECT ein Produkt am Start, das wirklich anders war als Produkte der Mitbewerber aus dem klassischen AV-Umfeld wie Bitdefender, Kaspersky, Avira, Avast usw.

Im Jahr 2016 gesellten sich dann weitere Anbieter wie Invincea (inzwischen von Sophos akquiriert), Endgame, SparkCognition, Heilig Defense und andere dazu, die ebenfalls damit werben, Next-Gen-Techniken zu verwenden. Im Enterprise-Umfeld hat schon vor geraumer Zeit ein Paradigmenwechsel eingesetzt, der dazu geführt hat, dass man heute nicht mehr krampfhaft den Perimeter mit Firewalls, Proxies, Mailgateways oder IDS zu schützen versucht, sondern sich auf das schwächste Glied in der ganzen Kette konzentriert, und das ist nun mal das klassische Endgerät wie ein Desktop oder ein Laptop. Genau diesem Umstand wird mit Hilfe von Next-Gen-Lösungen auch Rechnung getragen, denn auf Signaturen und verhaltensbasierte Erkennung sollte man sich heutzutage nicht mehr verlassen – das mag noch bei simpel gestrickter (und bekannter!) Malware helfen, aber nicht mehr bei fortgeschrittenen Angriffen wie spear phishing oder targeted attacks, also zielgerichteten Angriffen gegen Unternehmen oder einzelne Personen.

Kurzum: Das Jahr 2017 wird mit Sicherheit weitere interessante Entwicklungen bringen. Während einige Hersteller von Next-Gen-Lösungen offensichtlich kein Interesse am Small Office- und Home-Bereich haben, weiß ich von anderen, dass sie auch an Versionen für den Heimbereich arbeiten. Vor Mitte des Jahres wird aber vermutlich nichts kommen, da wie gesagt der Enterprise-Markt im Fokus steht und nicht der Home-Bereich. Diese Entwicklung wird aus meiner Sicht dazu führen, dass die Hersteller von traditionellen AV-Lösungen nicht umhin kommen werden, ebenfalls auf neue Technologie zu setzen – andernfalls könnte es gut passieren, dass sie eines Tages mit dem Rücken an der Wand stehen.

Diese Behauptung möchte ich mit einem Beispiel untermauern: Wer schon mal Malware- und Ransomware-Tests durchgeführt hat, weiß, dass die cloudbasierte Erkennung bei vielen Herstellern von klassischer AV-Software zu einem Großteil für die Erkennung von Schadcode zuständig ist. Das setzt aber wiederum voraus, dass eine permanente Internetanbindung besteht, was normalerweise auch kein Problem darstellt. Was aber, wenn es um mobile Anwender geht, die nicht permanent mit dem Internet verbunden sind und demnach auch mit einer deutlich reduzierten Schutzwirkung leben müssen, solange kein cloudbasierter Scan möglich ist? Es gibt Firmen, deren Techniker oder Kundendienstmonteure tage- oder gar wochenlang in Regionen mit schlechter oder keiner Internetverbindung unterwegs sind – wie gut ist diese Zielgruppe wohl ohne aktuelle Signaturen und cloudbasierten Scans geschützt?

Das sieht mit Next-Gen AV-Lösungen ganz anders aus, denn diese funktionieren übicherweise auch im Offline-Betrieb genau gleich, da sie nicht von Signaturen oder cloud based scans abhängig sind. Für mich gehört die Zukunft ganz klar diesen Lösungen, und ich hoffe, dass ich noch ausreichend Gelegenheit haben werde, das ein oder andere Produkt in diesem Bereich gründlich zu testen und die Ergebnisse in meinem Youtube-Kanal zu präsentieren. Wie es der Zufall so möchte, habe ich dazu gerade im Blog von Cylance noch diesen recht interessanten Artikel entdeckt: https://www.cylance.com/en_us/blog/antivirus-testing-for-real-world-failure.html

Wer sich übrigens etwas genauer in das Thema machine based learning einlesen möchte, findet im Blog von Endgame eine sehr umfangreiche Schilderung der bekannten Modelle auf englisch: https://www.endgame.com/blog/its-bake-navigating-evolving-world-machine-learning-models

Review: SecureAPlus – Next Generation Endpoint Protection and Application Whitelisting

 

Einführung

Um mit aktuellen Bedrohungen durch Malware und Ransomware Schritt halten zu können, bedarf es heutzutage mehr als nur einer signaturbasierten AV-Lösung. Insbesondere beim Thema Ransomware kommt es regelmäßig vor, dass traditionelle AV-Software, die primär auf Signaturen basiert, kläglich versagt und Signaturen zur Erkennung von Bedrohungen teilweise erst Tage später vom jeweiligen Hersteller bereitgestellt werden. Ich möchte an dieser Stelle keine Namen erwähnen, aber seien Sie versichert, dass ich mehrfach erlebt habe, dass Ransomware in Unternehmen nicht von der dort installierten Enterprise AV-Lösung entdeckt geschweige denn geblockt wurde.

Bereits im Heimbereich ist eine Infektion mit Ransomware nicht nur sehr ärgerlich, sondern kann auch ernste Folgen haben, wenn persönliche Daten, Bilder oder Dokumente irreversibel verschlüsselt werden. Ich bin sicher, dass in den wenigsten Haushalten oder Heimnetzwerken ein vernünftiges Backupkonzept existiert, mit dessen Hilfe sich im Schadensfall wichtige Daten schnell und zuverlässig wiederherstellen lassen. Für kleine und mittelständische Unternehmen (SMB/SOHO) kann die Kombination aus nicht entdeckter Ransomware und einem nicht vorhandenen Backup dazu führen, dass der Geschäftsbetrieb unterbrochen wird und wichtige Daten (Kundenaufträge, Konstruktionszeichnungen, Buchhaltungsdaten usw.) verloren gehen – was das konkret bedeutet, überlasse ich der Phantasie jedes einzelnen. Im schlimmsten Fall muss der Geschäftsbetrieb mit allen entsprechenden Konsequenzen eingestellt werden.

Mitigationsstrategien

Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu sehr in die Tiefe abdriften, aber zu einer Mitigationsstrategie gehören für mich ganz klar u.a. folgende Faktoren:

Wirkungsvoller Schutz vor Malware und Ransomware auf dem Endgerät – das Endgerät ist das schwächste Glied in der Kette, auf den Perimeterschutz sollte man sich nicht verlassen
Durchdachtes und funktionierendes Backup-Konzept, das auf seine Wirksamkeit hin verifiziert wurde
Im Unternehmensumfeld: Schutz vor schädlichen Downloads/URLs durch Web Gateways/Proxies und Device Control, um die (nichtauthorisierte) Verwendung von Wechselmedien u.a. an USB-Ports zentral managen und kontrollieren zu können
Arbeiten mit normalen Benutzerrechten

Da in einem großen Unternehmen üblicherweise auch eine entsprechende IT-Abteilung existiert, die sich um derartige Themen kümmert, möchte ich mich im folgenden auf den SOHO-Bereich (Small Office/Home User) konzentrieren, da SecureAPlus dort meines Erachtens ein äußerst hohes Maß an Sicherheit bietet, das von konventionellen AV-Lösungen nur teilweise erreicht wird. Warum das so ist, werde ich nachfolgend näher erläutern.

Begriffsdefinition

Bevor es nun gleich ans eingemachte geht, halte ich es für wichtig, häufig verwendete Begriffe kurz zu erläutern, um das Review verständlich zu halten.

  • Endgerät oder Endpoint: Wird in diesem Review als Abkürzung für Windows-basierte Endgeräte verwendet (keine Smartphones!)
  • Whitelisting oder Application Whitelisting: Bezeichnet eine Technik, die von vielen Fachleuten als die sicherste Methode zum Schutz der Ausführung von unbekanntem Programmcode oder Anwendungen angesehen wird. Dazu wird ein Snapshot (Bestandsaufnahme) auf einem Endgerät erstellt und anschließend das Endgerät sozusagen versiegelt, d.h. nach dem initialen Snapshot wird keine Software mehr ausführt, egal ob sie vom Internet heruntergeladen oder von einer CD oder einem USB-Stick gestartet wurde. Dies ist dann nur noch nach expliziter Zustimmung des Anwenders möglich. Betriebssystem- oder Software-Updates sind davon natürlich nicht betroffen.
  • Universal AV Scan: Diese Bezeichnung wird von SecureAge, dem Hersteller von SecureAPlus, für die Anbindung von cloudbasierten Virenscannern verwendet. SecureAPlus bietet die Möglichkeit, beliebige Dateien mit Hilfe von 12 verschiedenen Scan Engines (u.a. von Eset, AVG, McAfee usw.) zu überprüfen. Dazu werden in der Standardeinstellung ausführbare Dateien in die Cloud zur Analyse hochgeladen, was sich aber auch deaktivieren lässt, falls man das nicht möchte. Der Universal AV Scan setzt eine Internetverbindung voraus, ansonsten kann diese Option nicht verwendet werden.
  • Offline AV Scan: Ist für Situationen gedacht (z.B. mobile Anwender ohne bestehende Internetverbindung), in denen der Universal AV Scan nicht zur Verfügung steht und dennoch Dateien gescannt werden sollen. In diesem Fall kommt der Open Source-Virenscanner ClamAV zum Einsatz. Ich möchte an dieser Stelle eindrücklich darauf hinweisen, dass ClamAV mittlerweile zwar auch brauchbare Ergebnisse erzielt, aber unter keinen Umständen als gleichwertiger Ersatz für ein kommerzielles AV-Programm betrachtet werden sollte. Hinter ClamAV steckt kein Hersteller, der regelmäßig neue Signaturen bereitstellt, sondern eine Community, in der Freiwillige diesen Job übernehmen.
  • Traditionelle AV-Software: Vor ungefähr zwei Jahren begann eine sehr interessante Entwicklung im AV-Bereich, die bis heute andauert. Die meisten AV-Programme wurden zwar im Laufe der Jahre weiterentwickelt, aber dennoch arbeitet ein Großteil immer noch mit Signaturen zur Erkennung von Bedrohungen. Signaturen alleine reichen heute aber nicht mehr aus, wenn man sich vor Augen hält, dass Stand Februar 2017 täglich über 300.000(!) neue Malware-Samples generiert werden, und selbst mit heuristischer oder verhaltensbasierter Analyse hinken traditionelle AV-Programme denen der nächsten Generation (Next-Gen AV) hinterher.

Next-Gen AV-Software: Lässt sich auf deutsch am besten mit “AV-Software der nächsten Generation” übersetzen. Next-Gen AV kommt vollständig ohne Signaturen aus und arbeitet üblicherweise mit fortschrittlichen Methoden wie maschinenbasiertem Lernen, mathematischen Modellen oder künstlicher Intelligenz (AI). Das klingt zunächst nach vielen Marketing-Buzzwords, und genau das ist es bei einigen Herstellern auch. Insbesondere bekannte Namen aus dem Bereich der traditionellen AV versuchen nun auch auf diesen gewinnbringenden Zug aufzuspringen, aber in der Regel bleibt es bei diesem Versuch. Ohne Namen zu nennen, kann ich an dieser Stelle sagen, dass ich die Möglichkeit hatte, über mehrere Monate hinweg einen Proof Of Concept zu begleiten, in dem es um die Evaluierung einer Next-Gen-Lösung für den Unternehmenseinsatz ging, und bei sämtlichen Tests – egal, ob es sich um Trojaner, 0-day malware, Backdoors oder Ransomware handelte – lag die Next-Gen-Lösung stets vor der traditonellen AV-Lösung und lieferte absolut überzeugende Ergebnisse.

Natürlich könnte ich noch viel mehr dazu schreiben, aber ich belasse an dieser Stelle beim gesagten. Fakt ist aber, dass traditionelle AV-Programme für mich keine Zukunft haben – die Zukunft gehört ganz klar Next-Gen AV-Lösungen, da hier neue Methoden zur Erkennung von Malware und Ransomware zum Einsatz kommen und die neben einer ausgezeichnten Erkennungsrate auch deutlich ressourcenschonder ans Werk gehen als konventionelle AV-Programme. Noch wichtiger: Für mich ist uninteressant, mit welchen Buzzwords Hersteller um sich werfen, ich mache mir lieber ein eigenes Bild, und meine persönlichen Erfahrungen mit Next-Gen AV-Software sind einfach äußerst vielversprechend.

SecureAPlus, eine interessante Endpoint Protection-Lösung?

Ja, definitiv. SecureAPlus vereint nämlich mehrere Konzepte unter einer Haube:

  • Application Whitelisting
  • Universal AV Scan
  • Offline Scan

Ich möchte gleich beim ersten Punkt beginnen, und zwar beim Thema (Application) Whitelisting. Wer sich damit bereits auseinandergesetzt hat, weiß, dass Whitelisting zwar den bestmöglichen Schutz auf Endgeräten bietet, aber gleichzeitig mit einem immensen Pflegeaufwand verbunden ist. Das gilt zwar weniger für den SOHO-Bereich, aber dafür umso mehr im Unternehmensumfeld, denn dort heißt es bei jedem Applikationsupdate die Whitelist zu pflegen. Glücklicherweise bietet SecureAPlus einen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Ansatz, um den Pflegeaufwand so gering wie möglich zu halten – dazu gleich noch mehr.

Den zweiten Punkt hatte ich auch schon erläutert, möchte aber dennoch etwas näher darauf eingehen. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie laden eine Datei aus dem Internet herunter und prüfen diese mit Ihrem Virenscanner. Dieser kann nichts schädliches entdecken, und somit kann der Download als sicher gelten. Oder etwa doch nicht? Was, wenn Ihr Virenscanner schädlichen Programmcode einfach nicht entdeckt hat? Sie können die heruntergeladene Datei beispielsweise nun manuell zu Virustotal hochladen, um sie dort mit über 55 Virenscannern überprüfen zu lassen, doch ganz ehrlich: Wer macht das schon? Wer nimmt diesen Aufwand auf sich? Meiner Erfahrung nach so gut wie niemand.

Anders hingegen sieht es aus, wenn die Überprüfung per Kontextmenü und Mausklick über den Windows Explorer stattfinden kann, denn genau diese Funktionalität bietet SecureAPlus mit dem Universal AV Scan. Darüber hinaus wird der Universal AV Scan auch bei der Erstinstallation von SecureAPlus aktiv, um sicherzustellen, dass sich keine Malware im System befindet. Würde die Überprüfung nicht stattfinden, dann könnte dies im worst case dazu führen, dass bereits aktive Malware nicht erkannt wird und stattdessen auf der Whitelist landet. Mittels Universal AV Scan lassen sich Dateien mit 12 Scan Engines in der Cloud überprüfen, was die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, auch aktuelle Malware zu erkennen.

Den Offline Scan möchte ich nur der Vollständigkeit halber erwähnen, weil hier ClamAV zum Einsatz kommt. ClamAV ist ein Open Source-Virenscanner, dessen Erkennungsrate nicht mit der von kommerziellen Produkten mithalten kann – er ist sicher besser als nichts, aber ich würde jederzeit dem Univeral AV Scan den Vorzug geben.

Das schärfste Schwert im Sortiment ist für mich ganz klar das Whitelisting. Ich habe SecureAPlus in meinem Lab mit hunderten von Samples getestet, darunter waren sowohl brandheiße Malware als auch aktuelle Ransomware. In keinem einzigen Fall wurde ein unbekanntes Programm ausgeführt, was einer Erfolgsquote von 100% entspricht. Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass ein findiger Hacker Mittel und Wege findet, auch eine Whitelisting-Lösung zu umgehen, doch dazu bedarf es eines erheblichen Aufwandes, und Wald- und Wiesen-Malware wird definitiv durch das Whitelisting-Konzept abgewehrt, was im übrigen auch für Ransomware gilt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich das Thema Systemauslastung. Generell bremst ein Virenscanner bedingt durch seine Funktionsweise jedes System aus, auf älteren Endgeräten macht sich das allerdings noch viel stärker bemerkbar als auf einem Rechner der neuesten Generation. Das ist bei SecureAPlus anders, denn im Vergleich mit einem traditionellen AV-Programm ist es eher ein Leichtgewicht und lässt sich deshalb auch problemlos auf älteren Endgeräten einsetzen.

 

Installation und Konfiguration

Das Setup steht in zwei Varianten zur Verfügung. Bei der einen werden zu Beginn der Installation weitere Komponenten aus dem Internet nachgeladen, und bei der anderen befindet sich bereits alles benötigte im Setup. Nach der Installation beginnt SecureAPlus mit der Überprüfung des Systems, um eine Kompromittierung durch aktive Malware auszuschließen. Anschließend beginnt der Whitelisting-Prozess, der je nach Rechnergeneration bis zu mehreren Stunden dauern kann. Dieser Vorgang ist einmalig (Initial Full Scan) und die Grundlage für Application Whitelisting. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Endgerät vollständig geschützt, d.h. die Ausführung von Programmen oder Scripts wird nun defaultmäßig unterbunden. Die Installation bzw. die Ausführung von neuen Programmen oder Scripts muss explizit erlaubt werden, damit sie der Whitelist hinzugefügt und als legitime Anwendung betrachtet werden; das ist am Anfang vielleicht etwas umständlich, aber dafür erhält man im Gegenzug einen Security Level, den ein traditioneller AV-Scanner nicht bieten kann.

SecureAPlus verfügt übrigens über ein deutsches Sprachpaket, das nach der Installation aktiviert werden kann. Leider steht die Support-Webseite von SecureAge nur auf englisch zur Verfügung, es lohnt sich aber definitiv, dort die Einführung in die Funktionsweise von SecureAPlus durchzulesen: https://support.secureaplus.com/

sap_language_settings

 

Arbeiten mit SecureAPlus

Wie ich bereits erwähnte, ist das Endgerät nach der Installation sozusagen versiegelt und lässt ohne explizite Erlaubnis weder die Installationv von Software noch die Ausführung von Scripts zu. Im Klartext bedeutet das, dass z.B. auch Ransomware, die üblicherweise durch maliziöse Dokumente verbreitet wird, keine Chance mehr hat, aktiv zu werden. Um bei diesem Beispiel zu bleiben, möchte ich kurz den Infektionsverlauf skizzieren:

1. Anwender erhält ein maliziöses Office-Dokument per Mail und wird per Social Engineering dazu gebracht, die Ausführung von Office-Makros in Dokumenten zu erlauben, die aus dem Internet heruntergeladen wurden

2. Im nächsten Schritt wird bösartiger Makrocode ausgeführt, der entweder direkt eine ausführbare .exe-Datei oder ein Script (Powershell oder Javascript) aus dem Office-Dokument extrahiert oder aus dem Internet nachlädt und ausführt

3. Was jetzt folgt, ist hinlänglich bekannt: Entweder wird der Schadcode vom Virenscanner erkannt oder eben auch nicht. Man sollte sich auch nicht verlassen, dass die User Account Control (UAC) von Windows zuschlägt, denn aktuelle Ransomware kennt auch üble Tricks, um die UAC zu umgehen (https://www.bleepingcomputer.com/news/security/erebus-ransomware-utilizes-a-uac-bypass-and-request-a-90-ransom-payment/). Damit bekommt der Anwender noch nicht einmal mehr mit, dass im Hintergrund möglicherweise etwas läuft, das dort besser nicht laufen sollte.

Im worst case – und das ist es in den meisten Fällen – hat der Anwender nun den Schaden und verschlüsselte Dateien auf der Festplatte.

Glücklicherweise schlägt genau diese Vorgehensweise bei Verwendung von SecureAPlus fehl, und zwar aus dem simplen Grund, weil die extrahierten oder heruntergeladenen Dateien nicht auf der Whitelist stehen und deshalb auch nicht ausgeführt werden. Soll eine legitime Software installiert werden, dann wird einfach das entsprechende Installationsprogramm gestartet und im Whitelist-Dialog die Option “Freigeben & Vertrauen” angeklickt. Damit wird die Whitelist um diese Anwendung erweitert, außerdem besteht an dieser Stelle die Möglichkeit, heruntergeladene Dateien direkt über den Universal/AV Cloud Scan auf Malware prüfen zu lassen. Selbstverständlich ist auch der Import und Export von Whitelists möglich.

sap_whitelisting_app

Für Anwender im Firmenumfeld gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Freigabe von Anwendungen über das SecureAgePlus-Portal beim zuständigen Administrator zu beantragen; darauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen, da Software in der Regel dort zentral gemanaged und verteilt wird und somit auch das Application Whitelisting durch die IT und nicht durch den Anwender erfolgt. Hinzu kommt, dass SecureAge die zentralen Managementmöglichkeiten gerade stark überarbeitet und in Zukunft das Portal zur Verwaltung von mehreren Endgeräten mit SecureAPlus über das Internet um weitere Funktionalitäten erweitern wird.

Sonstiges

Ich habe es schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, deshalb mache ich es an dieser Stelle kurz: Application Whitelisting bietet ein Schutzniveau, das von einer herkömmlichen AV-Lösung nicht erreicht werden kann. Obwohl damit zumindest rein theoretisch ein 100%-Schutz vor Malware und Ransomware möglich ist, möchte ich zu bedenken gaben, dass es immer ein Wettlauf bleiben wird.

Dem Einfallsreichtum von Angreifern sind keine Grenzen gesetzt, deshalb hinken die Verteider immer hinterher. Gleichwohl gilt, dass es aus meiner Sicht deutlich schwieriger ist, eine Application Whitelisting-Lösung zu unterlaufen als eine tradtionelle AV-Lösung. Da SecureAPlus sehr leichtgewichtig ist und kaum Systemressourcen verbraucht, lässt es sich zusätzlich zu einem vorhandenen Virenscanner betreiben. Beachten Sie jedoch bitte, dass keine vollständige Kompatibilität zu sämtlicher AV-Software gewährleistet werden kann, deshalb möchte ich an dieser Stelle keine Empfehlungen für eine bestimmte AV-Lösung aussprechen – hier hilft notfalls nur testen und ggf. auch Ausschlüsse im Virenscanner definieren, falls doch Probleme beim Parallelbetrieb auftreten sollten.

Sobald die ersten Next-Gen AV-Lösungen auf Basis von machine based/deep learning für den SOHO-Bereich verfügbar sind (ich gehe von Mitte des Jahres aus), kann ich jedem Anwender nur empfehlen, auf eine derartige Lösung umzusteigen und diese als optimale Ergänzung zum Application Whitelisting zu verwenden. Ich hatte im vergangenen Jahr die Möglichkeit, an einem längeren Proof Of Concept einer Next-Gen-Lösung teilzunehmen, und die Ergebnisse dieses PoCs haben für mich ganz klar gezeigt, wem die Zukunft gehört – es sind definitiv nicht signaturbasierte traditionelle AV-Lösungen. Sobald Verfahren wie machine based learning und AI (Artifical Intelligence) zum Einsatz kommen, kann signaturbasierte AV einpacken, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Videos

Der Anfang ist bereits gemacht, und für die Zukunft habe ich schon weitere Videos geplant, in denen SecureAPlus im Einsatz zu sehen sein wird. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, für ein Video gilt das natürlich umso mehr. Vergleichen Sie selbst, wie leistungsfähig SecureAPlus im Vergleich mit adäquaten Programmen oder diversen Antiviren-Lösungen ist. Abonnieren Sie unseren MSITC Youtube-Kanal, um keine neuen Videos zu verpassen. 

SecureAPlus vs Cerber Ransomware

 

Fazit

Als Incident Responder und IT Security Analyst bin ich bestens mit digitalen Bedrohungen jeglicher Art vertraut, denen Endgeräte heutzutage ausgesetzt sind. Da ein zuverlässiger und sicherer Endgeräteschutz immer wichtiger wird, um mit der permanent wachsenden Zahl von Bedrohungen Schritt halten zu können, bietet eine Application Whitelisting-Lösung ein sehr hohes und adäquates Schutzniveau. Egal, ob Ransomware, Malware, Backdoors, drive-by-downloads, phishing mails oder maliziöse Office-Dokumente: Ich habe SecureAPlus lange und intensiv getestet und kann daher sagen, dass in keinem einzigen Fall schädlicher Code ausgeführt werden konnte. Während moderne AV-Scanner von Avast, Avira, Bitdefender, Kaspersky usw. zwar auch gute Erkennungsleistungen zeigen, besteht dennoch immer die Möglichkeit, dass ein gut getarntes und erst wenige Minuten oder Stunden altes Malware- oder Ransomware-Sample nicht erkannt wird. Da spielt es dann auch keine Rolle, ob die Erkennungsrate ansonsten bei 99% oder höher liegt – das eine Ransomware-Sample schlägt ein und führt dann zu den bekannten unangenehmen Konsequenzen für den Anwender.

Da mir der Hersteller von SecureAPlus einen Einblick in die Entwicklungspläne zuteil werden ließ, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass noch sehr interessante Dinge kommen werden, die den jetzt schon sehr guten Schutz, den SecureAPlus bietet, noch weiter erhöhen werden. Auch für das zentrale Management in Firmen wird es in naher Zukunft deutlich mehr Möglichkeiten geben; ich werde darauf in einem follow-up eingehen, sobald es spruchreif ist.

Wenn man den Leistungsumfang betrachtet, den man mit dem Erwerb einer Premium-Lizenz von SecureAPlus erhält, dann bekommt man aus meiner Sicht ein Komplettpaket mit einem Rundumschutz vor aktuellen Bedrohungen zu einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis.

 

Bezugsquelle

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Wirksamer Schutz vor Ransomware mit Application Whitelisting und Next-Generation AV

Auch 2017 wird voll und ganz im Zeichen von Ransomware stehen; warum das so ist, habe ich in diesem Artikel bereits näher erläutert. Erst vor wenigen Tagen gab es wieder einige Fälle, die durch die Presse gingen:

Ehrlich gesagt könnte man im Grunde genommen jeden Tag über derartige Vorfälle berichten. Wichtiger ist aber die  Frage, die sich jeder selber stellen kann, der einen Internet-Anschluss sein eigen nennt und darüber im Web surft oder Mails empfängt: Wie hoch ist eigentlich mein persönliches Gefährdungspotential und welche Mitigationsstrategien gibt es, um dieses auf ein Minimum zu reduzieren? Entscheidend ist nicht “Bekomme ich auch Mails mit maliziösen Anhängen zugeschickt?”, sondern vielmehr “Wann wird das der Fall sein und welche vorbeugenden Maßnahmen habe ich bis dahin getroffen?”. Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass das nur eine Frage der Zeit ist.

Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass phishing campaigns mit Ransomware immer raffinierter und ausgeklügelter werden, so dass sich teilweise sogar schon Fachleute schwer tun, derartige Mails auf Anhieb als maliziös zu identifizieren. Hinzu kommt, dass auch regelmäßig neue Angriffsvektoren wie beispielsweise Schwachstellen in Anwendungsprogrammen ausgenutzt werden, um unbedarften Anwendern Ransomware unterzujubeln. Moderne Ransomware wie Spora ist auch in der Lage, sich via Wechselmedien wie USB-Sticks von einem System zum anderen fortzupflanzen – Sie sehen, die Möglichkeiten sind mannigfaltig und das Ende der Fahnenstange ist längst noch nicht erreicht.

Dass signaturbasierte AV-Programme speziell gegenüber Ransomware immer mehr ins Hintertreffen geraten, liegt auf der Hand. Es müssen deshalb andere Maßnahmen zum Einsatz kommen, um der zunehmenden Bedrohung durch Malware und Ransomware Herr zu werden, und das funktioniert meines Erachtens in Zukunft nur noch per Application Whitelisting und Next-Generation AV-Software, die nicht mehr auf Signaturen basiert, sondern auf maschinenbasiertem Lernen (machine based learning/artificial intelligence). Wie das genau funktioniert, werde ich in einem anderen Blogbeitrag näher erläutern, ebenso das Thema (Application) Whitelisting.

Bis dahin können Sie sich gerne vorab ein paar informative Videos im MSITC Youtube Channel zu Gemüte führen…

MSITC SecureAPlus Application Whitelisting vs. Cerber Ransomware – securedsector.com

SecureAPlus ist ein weiteres Endpoint Security-Produkt, das primär auf Application Whitelisting setzt. Dazu wird einmalig eine Art Snapshot erstellt, in dem alle bekannten Applikationen und Systemdateien aufgezeichnet werden.

Alle nachfolgenden Änderungen wie die Installation neuer Software müssen dann explizit erlaubt werden, andernfalls werden sie geblockt. Application Whitelisting bietet einen extrem hohen Level an Sicherheit und wird von vielen Experten sogar als das sicherste Mittel betrachtet, wenn es um den Schutz vor Malware und Ransomware auf Endgeräten geht.

VoodooShield: Next-Generation AV-Software zum effektiven Schutz vor Malware und Ransomware

In einem früheren Blogbeitrag habe ich erläutert, weshalb traditionelle Antiviren-Software im Vergleich mit AV-Lösungen der nächsten Generation nicht mehr mithalten kann. Allerdings muss man auch fairerweise erwähnen, dass die bekannten Anbieter in diesem Bereich wie Cylance, Invincea oder auch SentinelOne primär im Enterprise-Bereich (sprich: große Firmen) unterwegs sind und zumindest derzeit (Stand Januar 2017) keine Versionen für den SOHO/SMB-Markt (Small Office und Home users) anbieten. Mir ist  ein Anbieter bekannt, der auch an einer Version für Endkunden arbeitet, aber ein Releasedatum kenne ich nicht.

Da ich unseren Kunden einen wirkungsvollen Schutz insbesondere vor Ransomware anbieten möchte, habe ich nach weiteren Lösungen gesucht und bin dabei auf ein Produkt namens VoodooShield gestoßen, das aus meiner Sicht sehr interessant ist. VoodooShield arbeitet entweder standalone oder als Ergänzung zu einem vorhandenen Virenschutz und kombiniert Whitelisting mit AI (Artifical Intelligence = künstliche Intelligenz) sowie einem cloudbasierten Blacklist Scan mit über 50 Scan Engines. Whitelisting ist nach Meinung vieler Experten die sicherste Möglichkeit, einen Computer vor Malware oder bösartigem Code zu schützen, denn beim Whitelisting-Ansatz wird nur bekannte (sprich: sichere) Software ausgeführt. Ich teile diese Einschätzung, denn angesichts der Tatsache, dass täglich über 200.000(!) neue Malwaresamples erscheinen, kann man nachvollziehen, dass signaturbasierte Virenschutzlösungen mit der Erkennung von Malware nicht mehr hinterherkommen.

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Wie Whitelisting in VoodooShield genau funktioniert, werde ich in einem anderen Beitrag detaillierter erläutern; an dieser Stelle möchte ich deshalb nur kurz erwähnen, dass ein Endgerät dazu in einem sog. Trainingsmodus für eine bestimmte Zeitspanne operieren muss, um zu lernen, welche Programme und Prozesse legitim sind. Wenn diese Lernphase abgeschlossen ist, dann ist das Whitelisting aktiv und die Ausführung von unbekanntem Programmcode wird unterbunden. VoodooShield wurde sowohl für den privaten Bereich als auch für den Einsatz im Firmenumfeld konzipiert und ist schon seit längerem auf dem Markt; man merkt der Software ihren hohen Entwicklungsgrad auch an.

Das einzige Manko aus meiner Sicht ist die Tatsache, dass VoodooShield derzeit nur in englisch verfügbar ist, was aber andererseits keine unüberwindbare Hürde darstellt. Zum einen arbeitet der Hersteller daran, VoodooShield im Lauf des Jahres mehrsprachig zu machen, und zum anderen wird man – wenn überhaupt – nur wenige Änderungen an der Konfiguration vornehmen müssen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Technologisch ist VoodooShield dank seines Whitelisting-Ansatzes traditionellen AV-Lösungen überlegen. Während andere Lösungen bei einer nicht vorhandenen Internet-Anbindung auf einem Auge schon blind sind, weil dadurch kein cloudbasierter Scan möglich ist, funktioniert das Whitelisting auch offline. Ich habe VoodoShield in meinem Lab intensiv mit frischen Malwaresamples jeglicher Coleur getestet (0-day, Ransomware, Backdoors usw.), und in allen(!) Fällen wurde die Ausführung von schädlichem Programmcode erfolgreich unterbunden. Weitere Vorteile von VoodooShield sind:

  • Extrem schnell und ressourcenschonend
  • Übertragung von ausführbaren Programmen zur detaillierten Analyse in eine cloudbasierte Sandbox
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Sowohl das Funktionsprinzip als auch die Leistungsfähigkeit von VoodoShield haben mich voll und ganz überzeugt, und deswegen habe ich VoodooShield in unser Portfolio aufgenommen. Beim Kauf von VoodooShield-Lizenzen über unseren Shop erhalten Sie außerdem Installationssupport (max. 15 Minuten). Darüber hinaus gibt es in wenigen Wochen auch die Möglichkeit eines zentralen Managements über eine Webkonsole, womit ich unseren Kunden VoodooShield dann auch als managed solution anbieten kann; dazu aber mehr, sobald es spruchreif ist.